Barth - Lexikon

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Die Hanse

Die „Hanse“ ist ein aus mittelalterlichen Zeiten stammendes Städtebündnis, das in neuerer Zeit als eine grenzüberschreitende Verbindung von Städten zur Förderung des kulturellen Austausches wiederbelebt wurde.

Das frühe 13. Jahrhundert war an der mittleren Ostsee durch die Gründung von Städten mit wachsenden Bevölkerungszahlen, wachsender Wirtschaftskraft und schließlich einer entsprechenden rechtlichen Stellung gekennzeichnet. Die neuen Städte verdankten ihre wachsende Macht dem Handel. Die großen Städte von Greifswald bis Hamburg lagen in einem gemeinsamen Handelsterritorium, was einerseits Konkurrenz bedeutete, auf der anderen gemeinsame Interessen.

Nach verschiedenen, auch gewaltsam ausgetragenen Rivalitäten erkannten die Städte, dass sie denselben Problemen gegenüberstanden: Die Stärkung der Unabhängigkeit von ihren Fürsten und der Zugang zu auswärtigen Märkten. Von großer Bedeutung war es, als sich im Jahre 1278 Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald zusammenschlossen, um gemeinsame Handelsprivilegien und Zollfreiheiten zu erlangen, die ihnen als Einzelstädten verwehrt geblieben wären. Damit war der Kern der Hanse gelegt, die Städte erlangten fünf Jahre später in Rostock von ihren Fürsten vertraglich die Anerkennung als gleichberechtigte Verhandlungspartner.

Die erste Bewährungsprobe des Bündnisses sollte sich bald einstellen: Der norwegische König nahm einst gewährte Handelsprivilegien für die Städte zurück und somit drohten ihnen deutliche Einbußen an Handel und Macht. Mit vereinter Kraft konnten sie dem König begegnen, verhängten ihrerseits ein Handelsembargo, das in Verbindung mit militärischen Operationen gegen norwegische Schiffe und Küstenstädte den König 1285 zum Nachgeben zwang. Das gemeinsame Handeln siegte über den Monarchen.

Viele Zwistigkeiten gab es zwischen den Städten einerseits und Edlen Herren, Grafen, Herzögen und Königen andererseits, von denen nicht alle zugunsten der Städte ausgingen. Auf die Dauer blieb ihnen jedoch der Triumph. Auf dem Hansetag von 1367 kam eine Konföderation von 57 Städten zwischen Dorpat und Utrecht zustande.

Der Handel der Hansestädte blühte. Die wichtigsten Güter waren Fische, vor allem Hering, Getreide, Holz, Tuche - aber auch Güter, die nicht zum täglichen Bedarf gehörten, wie Pelze, Seide, Spitze, Wein, Mandeln, Honig, Feigen, Rosinen Gewürze und Öl, schließlich auch Baumwolle, Flachs, Pottasche, Schwefel, Eisen, Kupfer, Blei, sogar Silber, Gold und Quecksilber. Man sieht, das waren nicht alles Produkte aus der Region, sondern Handelswaren, die schon einen weiten Weg zurückgelegt hatten, bevor sie auf die bauchigen Hansekoggen verladen wurden. Die segelten dann vor allem nach England, nach Flandern, hier besonders nach Brügge, nach Skandinavien, oder im Osten nach Litauen, oder Nowgorod in Russland und zu anderen Orten. Viele Waren gingen natürlich auch auf dem Landweg in die Ferne oder kamen von dort, auf Wegen bis nach Arabien, die schon vor 1200 Jahren bestanden.

Die Hanse erlebte im 14. und 15. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Mit der Verlagerung der großen Warenströme nach Westeuropa, vor allem in Gefolge der Entdeckungsreisen nach Amerika, Afrika und Asien verloren die Hansestädte im internationalen Geschehen an Bedeutung. Mächtig blieben sie dennoch und der hanseatische Stolz ging nie verloren.

Die Stadt Barth gehörte zwar nicht zum Städtebund der Hanse, lag jedoch vor den Toren der mächtigen Stadt Stralsund und stand insofern in ihrem Einfluss.

In neuerer Zeit wurde die Hanse wieder belebt. Sie ist eine internationale Vereinigung von Städten, die kulturelle Ziele und die internationale Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg verfolgt. Heute gehören ihr etwa 170 Städte mit hanseatischer Vergangenheit in 15 europäischen Staaten an. Traditionell ist der Bürgermeister der Hansestadt Lübeck der Vormann der Hanse, ihr Präsident. Wie in alten Zeiten werden jährlich die Hansetage veranstaltet. Stralsund richtet ihn im Jahre 2028 aus.

 

Hanse
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