Barth - Lexikon

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Donnerkeil

Die volkstümliche Bezeichnung für das fossile, hintere Ende ausgestorbener Tintenfische (Kopffüßer), deren wissenschaftlicher Name Belemnit ist. Die Belemnitiae lebten in der Zeit von 200 Mill. bis 50 Mill. Jahre (Trias bis Eozän). Die Donnerkeile sind im Ergebnis von Versteinerungen zylinderförmige, an einer Seite spitz zulaufende, etwa bis zu etwa 10 cm lange, meistens hell- bis mittelbraun gefärbte Stücke. Es handelt sich um das hintere Ende der Tiere, das „Rostrum“, das ein Gegengewicht zum Schwimmkörper darstellt und eine waagerechte Lage beim Schwimmen ermöglichte. Es bestand aus Calcit, einer Form des Calciumkarbonats, das nach dem Absterben der Tiere einen Prozess der Versteinerung durchmachte und sich am Boden des Gewässers ablagerte.

Donnerkeile finden sich häufig als Ausspülungen an kreidehaltigen Steilküsten, so im Bereich des Darß sowie an der Nordostküste Rügens und sind ein beliebtes Urlaubersouvenir. In manchen Gebieten Süddeutschlands werden sie in großen Ansammlungen gefunden.

Donnerkeile galten in verschiedenen Kulturen als Heilmittel, beispielsweise zermahlen eingenommen bei Hexenschuss, wurden auch als Amulett getragen. Heute werden sie vielfach zu Schmuckstücken verarbeitet. Der Name rührt von der alten Annahme her, es handele sich um Blitzgeschosse des germanischen Gottes Donar.

 

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